Hanf vs. Marihuana - Was ist der Unterschied?

Hanf vs. Marihuana - Was ist der Unterschied?

Es hat lange gedauert, bis die Cannabis-Pflanze überhaupt wieder in die allgemeine Diskussion gebracht wurde. Die fälschliche Nutzung von Begriffen wie Hanf, Marihuana, Cannabis, Hasch oder Dope in der Vergangenheit und eine allgemeine Hysterie im Zusammenhang mit Drogenkonsum hat die Bedeutung der Pflanze als natürliches Heilmittel fast gänzlich in Vergessenheit geraten lassen. 


In der breiten Bevölkerung halten sich bis heute allerlei Falschaussagen und falsche Zuordnungen leider hartnäckig. Dabei hat Cannabis so viel mehr zu bieten, als nur einen Rauschzustand.


Seitdem die Wissenschaft wieder Interesse an den Pflanzen - insbesondere an dem Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) - gefunden hat, steigert sich auch der Hype um die erhältlichen Cannabis-Produkte. Doch auch hier ist die Unsicherheit noch groß. Ist das nicht alles illegal? Oder war das mal? Wird man davon nicht high? Warum soll das jetzt gut für mich sein? Wieso gibt es Hanf-Produkte im Supermarkt? Und woraus wird dieses CBD gewonnen?


Um die Unsicherheit zu besiegen, muss man die vielen Begriffe verstehen und Sie richtig zuordnen können.



Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Marihuana?



Hanf und Marihuana beschreiben als Begriffe im Grunde die Cannabis-Pflanze beziehungsweise Teile dieser Pflanze. Sie sind heute viel mehr Klassifikationen, die den unterschiedlichen Nutzen und die Wirkung der Cannabispflanze beschreiben. Aber fangen wir von vorne an.


Cannabis ist eine Pflanzenart der Familie "Cannabaceae", die in drei Unterarten unterteilt werden kann: Cannabis Sativa, Cannabis Indica und Cannabis Ruderalis. Wenn wir also korrekt von der Pflanze sprechen möchten, sprechen wir von Cannabis als Oberbegriff der Pflanze.


Dieser Begriff kommt aus dem Lateinischen - Wir übersetzen den Begriff mit dem deutschen Wort ‘Hanf’. Daher wird die Familie Canabaceae im Deutschen auch als Hanfgewächse bezeichnet.


Übrigens gehört auch der Hopfen als Pflanze zu dieser Familie - die wichtigste Rohzutat von Bier.


Im Grunde genommen ist Hanf also einfach die Übersetzung für Cannabis. Jedoch hat sich über die Zeit ein anderes Bild in den Köpfen der Bevölkerung eingeprägt. Daher ist es schwer, es bei dieser Ansicht zu belassen.


Was ist Hanf? 



Während der Begriff eigentlich die deutsche Übersetzung für Cannabis ist, steht er heute für eine andere Bedeutung. Er steht umgangssprachlich für alle Cannabis-Pflanzen, die keinen oder nur einen sehr geringen THC-Gehalt aufweisen. 

THC ist der Inhaltsstoff, der beim Konsum von Cannabis zum "High"-Gefühl führt. In den Pflanzen des sogenannten Nutzhanfes oder einfachen Hanfes kommt weniger als 0,2% THC vor. 


Als Nutzpflanze wird Hanf bereits seit Jahrtausenden angebaut. Es existieren sogar Ausgrabungen aus der Zeit lange vor Christi Geburt, in denen Hanftextilien und Hanfpapier gefunden wurde.

Hanf wurde schon damals als Baumaterial für die Herstellung von Papier und Klamotten verwendet. Das ist auch heute noch so - allerdings muss sich die Popularität des Rohstoffes erst wieder langsam steigern. Das kann nur durch Aufklärung und Wissen geschehen.


Darüber hinaus verwendet man Hanf als Nahrungsmittel in Form von Mehl, Hanföl und anderen Lebensmitteln.


Zur Herstellung von CBD-Produkten und insbesondere Ölen wird ebenfalls nur Nutzhanf verwendet - das ist mit einem europäischem Gesetz geregelt worden. Für CBD-Produkte dürfen also nur Cannabis-Pflanzen mit einem sehr geringen THC-Gehalt als Rohstoff verwendet werden.


Was ist Marihuana?


Der Begriff Marihuana steht heute umgangssprachlich für Cannabis-Pflanzen mit mehr als 0,2% THC-Gehalt. Doch wirklich korrekt ist diese Bezeichnung auch nicht.


Marihuana hat sich als Begriff durch den Verlauf der Geschichte in Amerika etabliert. Auch bei diesem Begriff handelte es sich am Anfang nur um eine Übersetzung des Wortes Cannabis. Marihuana wird abgeleitet aus dem mexikanischen Spanisch. Dort wurde Cannabis als ‘Maria Juana’ bezeichnet. Im Laufe der Zeit wurde daraus ‘Marijuana’ im Englischen und später ‘Marihuana’ im Deutschen. So erklären sich die unterschiedlichen Schreibweisen.


Tatsächlich gibt es keine Belege, dass das Wort Marihuana vor 1894 überhaupt existierte. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte man in Amerika nur Cannabis oder eben Hemp (‘Hanf’).


Zwischen 1910 und 1920 kam es zu einer massenhaften Einwanderung von Menschen in die USA, die vor der mexikanischen Revolution fliehen wollten. Diese mexikanischen Einwanderer brachten das neue Wort und das “gefährliche Kraut” angeblich mit ins Land.


In Amerika angekommen, dauerte es nicht lange, bis die feindlichen Lager nach Gründen suchten, um die Einwanderer wieder los zu werden. Eilig wurde eine Propaganda-Kampagne gegen das gefährliche "Marijuana" in Zusammenhang mit den unbeliebten Einwanderern gebracht. Wer "Anti-Marijuana" war, der war auch gegenüber Immigranten nicht freundlich eingestellt. 


Die Schreibweise des Wortes wurde dabei über die Jahre immer mehr angepasst und endete mit der Variante ‘Marijuana’ im Englischen. Durch die Geschichte ist der Begriff heute negativ behaftet und wird mitunter mit Rassismus in Verbindung gebracht. Daher erscheint es, als würde der Begriff ‘Marijuana’ sich nicht dauerhaft durchsetzen.


Heute bezeichnet Marihuana meistens die getrockneten Blüten der weiblichen Cannabis-Pflanze. Dieser Teil wird auch als Gras, Weed oder Mary Jane bezeichnet. Es ist der Teil der Pflanze, der das THC enthält und für das "High-Gefühl" zuständig ist. Der Begriff Marihuana wird daher mit dem Rauschzustand gleichgesetzt.


Viele Menschen weigern sich inzwischen, den Begriff zu nutzen. Der Bezug zur amerikanischen Geschichte belegt den Begriff mit rassistischen Bildern. Die zukünftige Durchsetzung von neuen Begriffen wie Weed oder Mary Jane ist daher wünschenswert.



Die größten Unterschiede zwischen Hanf und Marihuana


So wie sich die beiden Begriffe über die Zeit entwickelt haben, scheint es einfach: Der Unterschied liegt im THC-Gehalt. 


Oder anders: Marihuana macht high, Hanf nicht. 


Diese Klassifizierung wird der Familie der Hanfgewächse jedoch keinesfalls gerecht. Es handelt sich um zwei Begriffe, die von der Geschichte geprägt wurden und sich hartnäckig bis heute halten.


Es wird noch einige Jahre dauern, bis die Begriffe richtig belegt und alle falschen Informationen und Vorurteile aus dem Weg geräumt wurden. Bis dahin werden wir die Begriffe weiterhin nutzen und die heutigen darunter verstandenen Bedeutungen und Unterschiede erläutern.



1. Chemische Zusammensetzung - Hanf vs. Marihuana


Der Unterschied im THC-Gehalt liegt in der Genetik. Hanf-Pflanzen und Marihuana-Pflanzen sehen sich äußerlich sehr ähnlich, wirken teilweise sogar identisch. Es kann ziemlich schwierig sein, die Pflanzen auseinanderzuhalten. Der Unterschied besteht lediglich in einem einzigen Atom, welches anders zusammengesetzt ist. 


Alle Cannabis-Pflanzen können hohe Mengen an CBD produzieren. Durch ein einziges anders zusammengesetztes Atom werden beim Nutzhanf jedoch nur extrem geringe THC-Werte gebildet.


Zur Herstellung von CBD-Produkten wird in der Regel nur Hanf verwendet. Denn das Rohprodukt darf nur bis zu maximal 0,2% THC enthalten.



2. Legalität - Hanf vs. Marihuana 


Der Unterschied in der Legalität begründet sich auf dem unterschiedlichen THC-Gehalt. In einigen Ländern wie Kanada, vereinzelten Staaten der USA und Portugal werden die Gesetze zu Cannabis immer weiter gelockert. In Kanada und Uruguay wurde Cannabis sogar bereits vollständig legalisiert. Und dabei wird kein Unterschied mehr gemacht, wie viel THC in einer Pflanze enthalten ist. 


In Deutschland ist Cannabis bzw. Marihuana seit 1929 unter dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) gänzlich verboten. Seit März 2017 gibt es jedoch in Deutschland die Möglichkeit, medizinisches Cannabis legal auf Rezept zu erhalten. Zahlreiche Studien haben bewiesen, dass sich Cannabis zur therapeutischen Behandlung spezieller Krankheiten eignet. Seit drei Jahren kann dazu von geschulten Ärzten medizinisches Marihuana verschrieben werden. Doch das ist immer noch die absolute Ausnahme.


Einfacher sieht es bei Hanf aus. Nutzhanf und die daraus hergestellten Produkte sind legal. Nicht nur in Deutschland, sondern in so ziemlich allen Ländern der Welt. 


In Deutschland gibt es die Regelung, dass der genutzte Hanf weniger als 0,2% THC enthält. Das muss bewiesen werden und von unabhängigen Laboren regelmäßig überprüft werden. Die hergestellten Produkte müssen sogar einen Wert unter 0,2% THC aufweisen.


3. Anbau - Hanf vs. Marihuana 


Hanf und Marihuana bzw. Cannabis werden im Anbau ähnlich gehandhabt wie andere Pflanzen. Über mehrere Generationen hinweg werden den Pflanzen bestimmte Eigenschaften angezüchtet, während Sie andere verlieren sollen. Dabei ist es deutlich komplizierter, Marihuana anzubauen und die gewünschten Effekte zu erzielen als Nutzhanf.


Marihuana-Pflanzen anzubauen erfordert extrem viel Aufmerksamkeit. Das Ziel ist es hier, ein möglichst potentes “High” zu produzieren. Daher konzentriert sich der Erzeuger auf die Produktion von THC. Die Pflanzen müssen dazu ständig beobachtet werden und brauchen exakte Einstellungen für Licht, Temperatur und Feuchtigkeit. Cannabis hat verschiedene Zyklusphasen des Wachstums, die unterschiedliche Bedürfnisse mit sich bringen. Um die gewünschten Blüten zu erhalten, welche das THC in sich tragen, muss der Erzeuger sehr viel Zeit und Energie für die Zucht jeder einzelnen Pflanze aufwenden.


4. Nutzung - Hanf vs. Marihuana 


Marihuana setzt mit seinem Wirkstoff THC direkt an unser körpereigenes Endocannabinoidsystem an. Es wirkt über die CB1- und CB2-Rezeptoren und sorgt für die Ausschüttung von Dopamin. Den Konsumenten versetzt es damit in ein "High", ein Euphorie-Gefühl setzt ein. Marihuana wirkt also psychoaktiv und berauschend. Und dies ist auch der Hauptgrund, warum Konsumenten es nutzen.


Neben dem Rauschzustand wird Marihuana inzwischen auch zu medizinisch-therapeutischen Zwecken eingesetzt. Hierzu wird medizinisches Cannabis unter strengsten Auflagen gezüchtet, bei dem die THC-Werte sowie weitere Cannabinoide eindeutig bestimmt und gezüchtet wurden.


Hanf hingegen verursacht keinen Rauschzustand. Hanf wurde vielmehr als nützlicher Rohstoff gesehen, den man vielseitig und einfach einsetzen kann. Wie bereits vor Jahrtausenden wird Nutzhanf zur Herstellung von Baumaterialien, Klamotten, Papier und sogar Plastik genutzt. 


Im Bereich Lebensmittel findet man Hanföl, Hanfmehl oder auch direkt Hanfsamen im Supermarktregal. Hanfsamen enthalten alle essentiellen Aminosäuren, was Sie zu einer perfekten Eiweißquelle machen. Zudem stecken hohe Anteile an Calcium, Magnesium, Kalium und Eisen wie auch die gesunden Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren in den kleinen Nüssen.


Seit einiger Zeit tauchen immer mehr CBD-Produkte auf, die ebenfalls aus Nutzhanf hergestellt werden. Es sind vor allem die gesundheitlichen Vorteile der Cannabinoide, die Hanf immer mehr in die Diskussion bringen und CBD-Produkte immer mehr in den Vordergrund drängen lassen.


Hanf hingegen wird meist draußen angebaut und benötigt weitaus weniger Aufmerksamkeit. Da er von Natur aus einen geringen THC-Gehalt enthält, wächst hier alles eher ‘natürlich’. Die Pflanzen produzieren CBD und andere Cannabinoide auf natürliche Weise. Die Konzentration beim Anbau liegt hier eher auf der Vergrößerung des Ertrages. Je mehr sich die Pflanzen ausbreiten und wachsen, desto besser. 


Zusammenfassung


Die Themen rund um Cannabis und CBD-Produkte sind eindeutig komplex. Die falsche Belegung von Begriffen wie ‘Hanf’, ‘Marihuana’ oder auch ‘Cannabis’ hat dazu geführt, dass Erklärungen noch schwieriger anzugehen sind. Mit diesem Artikel hoffen wir, für etwas mehr Verständnis gesorgt zu haben.


In Zukunft werden sich die Begriffe sicherlich neu ordnen, auch wenn dies noch einige Zeit dauern wird. Begriffe wie Weed oder Mary Jane könnten sich noch stärker etablieren. Ebenso könnten die Entwicklungen der Forschung zu Cannabinoiden einige neue Formulierungen mit sich bringen.


Am wichtigsten ist es, sich der Legalität sicher zu sein und kein Risiko einzugehen. Wenn Sie über Hanf oder CBD-Produkte lesen, können Sie sich ziemlich sicher sein, dass es sich um Produkte ohne das illegale THC bzw. mit einem THC-Gehalt von <0,2% handelt.


⇒ Haftungsausschluss und allgemeiner Hinweis zu medizinischen Themen




Kontaktieren Sie uns:

Empfohlene Artikel

Zu verwandten Themen

Wie finde ich die richtige Dosierung von CBD-Öl? Wie finde ich die richtige Dosierung von CBD-Öl?

Bei der riesigen Auswahl an verschiedenen CBD-Ölen fragt man sich zurecht: Wie finde ich die richtige Dosierung und welche Konzentration an CBD ist die richtige für mich? Wir gehen der Sache auf den Grund und erklären, welche Tropfenanzahl und CBD-Konzentration für wen am besten geeignet ist.

CBD-Vollspektrum vs. Breitspektrum vs. CBD-Isolat CBD-Vollspektrum vs. Breitspektrum vs. CBD-Isolat

Was ist der Unterschied zwischen CBD-Vollspektrum, CBD-Breitspektrum und CBD-Isolat? In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen CBD-Spektren ein und erklären, wie Sie das perfekte CBD-Öl für Ihre Bedürfnisse finden. Außerdem schauen uns das pflanzliche Cannabinoidsystem genauer an.

Besser Schlafen mit CBD? Besser Schlafen mit CBD?

Millionen von Menschen leiden weltweit unter Schlafstörungen. In Deutschland ist sogar fast jeder Dritte von Schlafproblemen betroffen. CBD kann helfen, wieder zu einem gesunden Schlafrhythmus zu finden. In diesem Artikel erklären wir, wie CBD sich positiv auf unseren Schlaf auswirken kann.